Verbindung Weben

Fotographin: © Anne-Maria Apelt

Feiern und Trauern sind wesentliche Bestandteile unserer Kultur, es ist wichtig für unsere Seele, den Kopf auszuschalten und den Körper sein zu lassen. Nichts denken oder verstehen zu müssen. Sich dem hinzugeben, was ist. Als menschliche Wesen sind wir sowohl Teil der materiellen, sichtbaren Welt, als auch der mystischen, unsichtbaren Welt, der Welt der Geschichten und Lieder, der Musik und der Geheimnisse. Wir brauchen Räume in unserer Kultur, die für Ausgleich sorgen und uns helfen auch mal aus der materiellen Welt des Verstandes und des Schaffens auszusteigen und in Räume einzutauchen, die uns helfen, wieder in Verbindung zu gehen, mit uns selbst und miteinander, mit der Natur und ihren Elementen. Durch Rituale können wir solche Räume erzeugen.

 

Beziehungen bestimmen unser Leben. In einer gesunden Kultur geben sie uns Halt, stärken und nähren uns.

 

Jeder Mensch jeden Alters ist einzigartig in seiner Gabe, mit dem was er in diese Welt bringt und seiner Gemeinschaft schenkt, also den Menschen, mit denen er in unmittelbarer Verbindung steht, sei es im privaten oder beruflichen Umfeld. Die Gemeinschaft ist notwendig, sie stärkt und unterstützt jeden einzelnen und bringt seine Gaben zum Vorschein. Generationsübergreifende Rituale schaffen Verbindung, in der sich jeder einzelne der Gesellschaft gesehen fühlt, willkommen geheißen wird und als Teil der Gesellschaft angenommen wird.

Über Unsere Lehrerin: SOBONFU SOMÉ († 2017)

Sobonfu Somé war eine der führenden Stimmen afrikanischer Spiritualität in der westlichen Welt. Die Autorin (u.a. „Die Gabe des Glücks“) und Seminarleiterin wurde von ihrem Stamm von Geburt an darauf vorbereitet, die alten Weisheiten, Rituale und Bräuche ihrer Vorfahren mit der westlichen Welt zu teilen. Ihr Name bedeutet „Hüterin der Rituale“. Vor ihrem Abschied Ende November 2016 hat Sobonfu uns ans Herz gelegt, die Arbeit weiter zu geben und auch zu lehren – auf eine lebendige Weise, authentisch für uns selbst und für das Land, auf dem wir uns bewegen.

Sie teilte mit uns folgende Worte:

„Vielleicht seid ihr euch nicht sicher, ob ihr nach nur diesen drei Jahren in der Lage sein werdet, da draußen Rituale zu leiten. Aber ich kann euch sagen, was auch immer der Geist ist, mit dem ihr euch verbunden habt – ihr seid auf einer heißen Spur. Seid ihr bereit, weiter auf ihn zu achten? Ihn euch führen zu lassen? (…) Ein neuer Tag ist möglich. Eine neue Art des Seins ist möglich. Eine neue Art, zusammenzukommen ist möglich. Eine neue Art Wunder auf den Weg zu bringen ist möglich. Was auch immer der Geist ist, der diese Möglichkeiten für euch hier geschenkt hat – ich werde ihm für immer dankbar sein.“
Wir vermissen dich Sobonfu – deine Weisheit, deinen Humor, deine Entschlossenheit, deine tiefe und tätige Liebe zu den Menschen, besonders den Kindern, deine Ausdauer und die Kraft deiner Verbindung zur geistigen Welt. Du hast für uns einen Anker gesetzt – in ein gesundes, gemeinschaftliches Miteinander aller Generationen, das auch hier und heute möglich ist. Du hast uns Türen zur Verbindung mit der geistigen Welt eröffnet, zu der wir alle als Menschen einen ganz individuellen, persönlichen Zugang haben, und die uns durch deine Arbeit vertrauter geworden ist, als eine Quelle für Kraft und Weisheit in einer Zeit wo dies so dringend gebraucht scheint.
Hab Dank für alles – ye barka, barka, barka.

 

In der Oya 44/2017 ist ein Artikel über ihr Leben und Wirken  erschienen.

Hier geht es zum Nachruf auf Sobonfu Somé...


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